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In 10 Schritten zum ersten Flug

In 10 Schritten zum ersten Flug

geschrieben am 16 Dezember 2013

Bevor man sich mit seinem Helikopter nach draußen wagt und ihn sofort in die Lüfte jagt, sollte man sich vorher im Klaren sein, was man da tut. Ein Helikopter ist meist nicht sehr billig in der Anschaffung, daher sollte man das Fliegen nicht überstürzen und zweitens kann es einiges an Ärger mit sich bringen, wenn man an unerlaubten Orten die Luft steigt. Hier sind 10 wichtige Dinge, die man beachten sollte:

1. Aufstiegserlaubnis

Bevor wir abheben, gibt es einige Dinge, die rund um unseren RC Hubschrauber noch geklärt werden müssen. So braucht man zum Beispiel eine rechtliche Aufstiegserlaubnis, auch wenn das auf’s erste erstaunlich klingen mag. Denn Flugmodelle sind nach §1, Abs. 2 Nr.9 der luftverkehrsrechtlichen Vorschrift für Modellflieger Luftfahrtzeuge. Für diese gilt zwar in der Regel die freie Nutzung des Luftraums, allerdings sind in drei Fällen eine sogenannte Aufstiegserlaubnis einzuholen: 1. bei Flugmodellen jeder Art über 5kg Gesamtmasse (bis max. 25kg) 2. bei Flugmodellen, die durch Verbrennungsmotoren angetrieben werden, und innerhalb eines Umkreises von 1,5km zu Wohngebieten betrieben werden 3. bei Flugmodellen jeder Art, die im Umkreis von 1,5km zu Flugplätzen betrieben werden Eine solche Aufstiegserlaubnis erhält man bei der regionalen Landesluftfahrtbehörde beim Regierungspräsidium des Bundeslandes. Der erforderliche Antrag dazu ist übrigens auch online zu finden.

2. Versicherung

Egal wie klein und leicht unser Flugmodell ist: als Modellflieger ist in Deutschland eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben! Denn trotz aller Vorsicht lassen sich Unfälle nicht verhindern, manchmal liegt es nicht einmal in unserer (RC-)Hand. Selbst in geschlossenen Räumen, wie etwa Turnhallen, darf der Abflug erst erfolgen, wenn man versichert ist. Zu beachten ist, dass die private Haftpflichtversicherung entgegen aller Vermutung noch keine Modellflug-Halter-Haftpflichtversicherung beinhaltet! Erst mit einer zusätzlichen Versicherung müssen etwaige Schadenersatzansprüche nicht selbst erfüllt werden. Das Sahnehäubchen obendrauf: unabhängig davon, wie viele Flugmodelle man besitzt, eine solche Versicherung gilt für alle RC Hubschrauber bis 25kg.

3. Wetterlage

Für die ersten Flugversuche ist eine absolut windstille Wetterlage ein Muss, wenn wir nach dem ersten Start keine Trümmer aufsuchen wollen. Am besten ist der „D-Day“, also der erste Tag, an dem wir in die Luft gehen, hell und klar, und nicht etwa neblig, da Sichteinschränkung neben Wind das ungünstigste ist, was passieren kann. Die Sicht wird wohl gemerkt auch durch einen ungünstigen Winkel zur Sonne verursacht. Sollte der windfreie Tag einfach nicht kommen wollen, dann auf jeden Fall gegen den Wind starten, d.h. mit der Nase des RC Hubschraubers zum Wind.

4. Flugplatz-Auswahl

Der Erstflug sollte möglichst auf einer großen Fläche stattfinden, die absolut eben ist. Der erste Flug mit dem RC Hubschrauber ist nämlich vergleichbar mit den ersten Schritten eines kleinen Kindes: je holpriger der Untergrund, desto größer die Wahrscheinlichkeit, mal auf die Nase zu fliegen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Soweit vorhanden starten wir also am Besten auf einem großen Parkplatz (oder eine ebene Wiese), wo weder Autos noch Menschen oder andere Hindernisse in Flug-Reichweite sind – für den ersten Versuch bedeutet das, einen Radius von mindestens 10 Metern Platz.

5. Letzte Kontrolle vor dem Abflug

Nun ist es schon fast soweit – bald heben wir ab! Unmittelbar davor führen wir noch einen Komplett-Check des RC Hubschraubers durch. Da das Starten im Gegensatz zum Landen vergleichsweise kinderleicht ist, wird oft ein Trainings-Landegestell empfohlen, das am RC Hubschrauber für die ersten Schwebeversuche angebracht wird. Dieses dient dazu, den Helikopter sicher und sanft wieder zu Boden zu bekommen. Ist alles fest angebracht, prüfen wir, ob der Sender im eingeschalteten Zustand auch tatsächlich ein Signal überträgt, und die Servos (ohne Pitch prüfen!) funktionieren. Der Gas-Pitchhebel wird nun auf Null gestellt, und die Rotorblätter symmetrisch ausgerichtet. Die Steuerung des Hubschraubers erfolgt über die Taumelscheibe, welche folgende Bewegungen ausführen kann: hinauf (= aufsteigen) und hinunter (= absinken) werden als Pitch bezeichnet, links (= nach links fliegen) und rechts (= nach rechts fliegen) als Roll, und vorne (= Nase nach unten drücken) und hinten (=Nase nach oben ziehen) als Nick.

6. Das erste Mal Schweben

Das Schweben gehört zu den ersten Flugmanövern, die man als Modellhubschrauberpilot erlernt. Dabei wird versucht, den Heli in der Luft auf einer Stelle zu halten. Hierfür lässt man langsam den Rotor hochlaufen, man gibt ca. 25% Pitch und mehr bis der Hubschrauber langsam hochsteigt. Anfangs sollte man nicht höher als 50cm aufsteigen. Wenn der RC Hubschrauber in eine Richtung abdriftet, den Pitch auf Null reduzieren, landen und von vorne starten. Dieses auf- und absetzen wiederholt man einige Male, bis man ein Gefühl dafür entwickelt. Nun versucht man den Heli in der Luft zu halten, und Bewegungen durch die Taumelscheibe ganz vorsichtig (!) auszugleichen. Die Steuerknüppel dürfen immer nur ganz wenig bewegt werden, sie sind sehr sensibel. Der Rotor zieht dabei leicht in die gesteuerten Richtungen. Bevor man aber den RC Hubschrauber komplett kontrolliert, dauert es einige Zeit – hier ist Geduld gefragt!

7. Korrigieren lernen

Man sollte sich nicht wundern, wenn der Heli ständig leicht nach links wegdriftet; bei RC Hubschraubern mit rechtsdrehendem Rotor ist das ganz normal, und kann in der Luft durch leichtes nach rechts Neigen korrigiert werden. Bei Bewegungen des Hubschraubers in der Luft ist für die Stabilisierung natürlich die Gegenbewegung wichtig: wenn der Heli seitlich kippt, ist Roll in die gegengesetzte Richtung zu trimmen, beim nach vorne oder nach hinten kippen Nick, beim Drehen um die Hochachse Gier. Wenn man einmal ein Gefühl für die aufzubringende Steuerungsstärke bekommen hat, wird das stabile Schweben in der Luft bald ein Kinderspiel.

8. In der Luft drehen

Nun sind wir bereit für den nächsten Schritt: wir versuchen den Heli in der Luft um 45 Grad nach links bzw. nach rechts zu drehen (Gier), aber immer nur kurz, um dann sofort wieder in die Ausgangsrichtung zu kommen. Nach ein paar Wiederholungen können wir versuchen, langsam in eine andere Richtung zu fliegen, nachdem wir die Richtung des RC Hubschraubers etwas verändert haben. Es ist wichtig, diese Bewegung leicht zu beherrschen, daher gerne länger darin üben und wiederholen. Man kann dann auch langsam höher gehen, bis auf 5 Meter und höher, aber immer nur so hoch, dass man die Fluglage komplett erkennen kann.

9. Kreise fliegen

Erst nachdem Drehungen kein Problem mehr darstellen, kann man versuchen den Heli in Kurven zu lenken, und einen Kreis zu fliegen. Zu Beginn ist es zu empfehlen, den Kreis nur in eine Richtung zu üben, zum Beispiel nur Rechtskreise. Hierfür betätigt man Rechtsroll und Gier gleichzeitig. Wieder gilt: nicht zu stark, lieber große Kreise fliegen, und versuchen die Geschwindigkeit und Höhe zu halten. Gegebenfalls korrigiert man letztere mit Nick. Sind Rechtskurven kein Problem mehr, versucht man sich in Linkskurven. Hier sei gesagt, dass diese den Modellhubschrauberpiloten öfters etwas schwerer fallen, aber natürlich ist das von Pilot zu Pilot unterschiedlich. Der Kreisflug ist deswegen eine Herausforderung, weil man mehrere Bewegungen gleichzeitig ausführen muss, und sich dazu auch noch ständig die Ansicht ändert. Am besten man versetzt sich stets in die Perspektive des Piloten im Cockpit, dann fällt das Lenken einfacher.

10. Herausforderungen langsam angehen

Wenn man möglichst lange den Spaß an seinem RC Modellhubschrauber mit Schweben, Fliegen und Kreisen erhalten möchte, dann kann man nicht oft genug sagen, dass vorsichtiges Fliegen das A und O ist. Übermut tut selten gut, wie es so schön heißt. Und das bewährt sich hier allemal: lieber eine Bewegung ein wenig länger üben, als schnell viel mehr zu wollen als man tatsächlich fähig ist, umzusetzen und es im Nachhinein dann bereut, weil der Absturz praktisch vorprogrammiert war. Wenn man diese ganze Basics mal fließend beherrscht, kann man zu anspruchsvolleren Manövern übergehen, wie beispielsweise eine Acht fliegen, Tempowechsel, auf dem Rücken fliegen, und viele weitere schöne Figuren… Auch wenn es noch so schwer ist, und man es kaum erwarten kann, Geduld ist eine Tugend. Und hier lohnt es sich tugendhaft zu bleiben.

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